Du willst eine Immobilie auf Gran Canaria kaufen. Also schreibst du fünf Makler an. Vielleicht zehn.
Die Logik dahinter klingt vernünftig: mehr Makler, mehr Angebote, mehr Chancen.
Sie ist trotzdem falsch. Und sie ist der Hauptgrund, warum viele Käufer Monate suchen, ohne wirklich voranzukommen.
Warum "viele Makler gleichzeitig" dich langsamer macht, nicht schneller
Jeder Makler zeigt dir vor allem eines: seinen eigenen Bestand. Die Objekte, die er selbst im Portfolio hat. Nicht den Markt. Seinen Ausschnitt davon.
Schreibst du fünf Makler an, bekommst du also nicht fünfmal mehr Auswahl. Du bekommst fünf sich überschneidende, unvollständige Ausschnitte – und die Arbeit, sie selbst zu sortieren, zu vergleichen und zu koordinieren, bleibt an dir hängen.
Es kommt noch etwas dazu, das kaum jemand ausspricht: Kein Makler investiert volle Energie in einen Interessenten, von dem er weiß, dass vier Kollegen am selben Kunden arbeiten. Warum sollte er? Die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende ein anderer den Abschluss macht, ist ihm bewusst. Du landest damit automatisch in der zweiten Reihe – im Massenverteiler, nicht in der persönlichen Suche.
Und dann kommt die Organisation. Fünf Makler bedeuten fünf Telefonate, fünf Terminvorschläge, fünf Kalender, die nichts voneinander wissen. Schlägt Makler A dir Dienstag, 11 Uhr, für eine Villa in Maspalomas vor – und Makler B zufällig dieselbe Uhrzeit für ein Apartment in Patalavaca –, jonglierst du plötzlich zwei Besichtigungen gleichzeitig. Sagst du eine ab, verlierst du womöglich das Objekt an einen schnelleren Interessenten. Aus einer Immobiliensuche wird so nebenbei ein eigenes kleines Terminmanagement-Projekt, das du selbst am Laufen halten musst – niemand koordiniert das für dich.
Das Ergebnis: Du bist überall angemeldet, nirgends Priorität, und ständig am Jonglieren.
Was ein einzelner, exklusiv beauftragter Makler wirklich tut
Beauftragst du stattdessen einen einzigen Makler exklusiv, ändert sich die Rechnung komplett – vorausgesetzt, er macht seine Arbeit richtig.
Er kümmert sich um die ganze Suche, nicht nur um seinen Bestand. In Spanien ist die Zusammenarbeit zwischen Maklerbüros gängige Praxis: Findet dein Makler ein passendes Objekt bei einer anderen Agentur, ruft er dort an, vereinbart die Besichtigung und teilt sich am Ende die Provision – meist hälftig zwischen der Agentur, die den Verkäufer vertritt, und der, die den Käufer bringt. Für dich heißt das: Ein guter Makler arbeitet faktisch mit dem gesamten Markt, nicht nur mit seinen eigenen Exposés.
Er vertritt deine Interessen, nicht die des Verkäufers. Bei einer klassischen Anfrage bei mehreren Maklern bleibt oft unklar, wessen Interessen der Makler eigentlich vertritt – meist die des Verkäufers, der ihn bezahlt. Bei einer exklusiven Käuferbeauftragung (in Spanien als mandato de búsqueda oder encargo en exclusiva del comprador bekannt) ist das anders definiert: Dein Makler verhandelt für dich, nicht gegen dich.
Er filtert, bevor du Zeit verlierst. Statt dir zwanzig Objekte zu schicken, von denen fünfzehn nie zu deinen Kriterien gepasst hätten, sortiert er vor. Du siehst nur, was wirklich infrage kommt.
Er bündelt die gesamte Kommunikation. Ein Ansprechpartner, ein Kalender, ein Prozess – statt fünf parallele E-Mail-Threads, die du selbst im Kopf behalten musst.
"Bin gerade im Urlaub, will heute Immobilien gucken" – warum das bei guten Maklern nicht funktioniert
Das kennt jeder Makler auf Gran Canaria: die Nachricht am Sonntagvormittag, man sei gerade angekommen und wolle heute Nachmittag noch drei, vier Häuser sehen.
Gute Makler sagen darauf meistens nein. Nicht aus Unhöflichkeit. Aus Erfahrung.
Eine Besichtigung ohne Vorbereitung – ohne geklärtes Budget, ohne definierte Kriterien, ohne Finanzierungsklarheit – ist in den meisten Fällen keine ernsthafte Kaufabsicht. Sie ist Immobilientourismus: Häuser ansehen, weil man gerade Zeit und Lust hat, nicht weil man kaufbereit ist.
Und Immobilientourismus kostet Zeit. Nicht nur deine. Die des Maklers, der die Besichtigung organisiert. Die des Verkäufers, der seine Wohnung aufräumt und zu Hause bleibt. Und indirekt die Zeit anderer, wirklich kaufbereiter Interessenten, die in dieser Zeit hätten bedient werden können.
Deshalb bauen seriöse Makler den Prozess anders auf: erst ein Gespräch – oft schon vor der Anreise, per Telefon oder Video –, in dem Budget, Lage, Muss-Kriterien und Zeitrahmen geklärt werden. Erst danach folgt eine gezielte Besichtigungstour, meist an ein oder zwei Tagen konzentriert, mit vorab geprüften Objekten. Kein Zufallsprogramm, sondern ein Plan.
Wer stattdessen spontan anfragt, signalisiert damit unfreiwillig: geringe Priorität, geringe Kaufwahrscheinlichkeit. Genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen will.
Was du stattdessen tun solltest
Der wirksamere Weg sieht ziemlich unspektakulär aus:
- Einen Makler auswählen, dem du wirklich vertraust – nicht fünf gleichzeitig kontaktieren.
- Kriterien vorab klar definieren: Budget, Lage, Zustand, Muss- und Wunschkriterien. Je klarer, desto weniger Zeitverlust auf beiden Seiten.
- Finanzierung frühzeitig klären, bevor die erste Besichtigung ansteht. Wer erst nach dem Verlieben in ein Objekt mit der Bank spricht, verliert oft genau dieses Objekt an einen besser vorbereiteten Käufer.
- Besichtigungen bündeln, statt spontan einzelne Termine anzufragen. Ein durchdachter Tag mit drei passenden Objekten bringt mehr als eine Woche verstreuter Zufallsbesuche.
Häufige Fragen
Warum sollte ich nicht einfach mehrere Makler gleichzeitig kontaktieren, um mehr Auswahl zu haben?
Weil jeder Makler nur seinen eigenen Bestand zeigt und du dadurch nicht mehr Auswahl bekommst, sondern mehrere unvollständige, sich überschneidende Ausschnitte – bei geringerer Priorität für dich bei jedem einzelnen Makler.
Vertritt ein Makler bei einer exklusiven Käuferbeauftragung wirklich meine Interessen?
Bei einem klar definierten Suchauftrag (mandato de búsqueda) schon – im Unterschied zur klassischen Konstellation, in der der Makler primär vom Verkäufer beauftragt und bezahlt wird.
Kann ein exklusiver Makler auch Objekte anderer Agenturen zeigen?
Ja. Die Zusammenarbeit zwischen Maklerbüros mit geteilter Provision ist in Spanien gängige Praxis. Ein guter Makler ist deshalb nicht auf seinen eigenen Bestand beschränkt.
Warum lehnen gute Makler spontane Besichtigungswünsche im Urlaub ab?
Weil unvorbereitete Besichtigungen – ohne Budget- und Kriterienklärung – selten zu echten Käufen führen und Zeit von Makler, Verkäufer und anderen Interessenten binden.
Die kurze Version
Mehr Makler bedeuten nicht mehr Auswahl. Sie bedeuten mehr Chaos und weniger Priorität für dich bei jedem Einzelnen. Ein einzelner, gut ausgewählter Makler, der exklusiv für dich arbeitet, den Markt aktiv nach dir durchsucht und mit anderen Agenturen zusammenarbeitet, bringt dich schneller ans Ziel als jede parallele Rundmail. Und wer sich vor der ersten Besichtigung die Zeit für ein klärendes Gespräch nimmt, statt spontan im Urlaub Häuser zu besichtigen, kommt am Ende meistens auch schneller zum Abschluss.
Genau nach diesem Prinzip arbeitet Miyabi Homes: ein Ansprechpartner, der für dich sucht, verhandelt und mit dem gesamten Markt spricht – statt fünf Postfächer, die nie ganz zueinanderfinden.
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