Hinter den Postkartenmotiven und Sonnenliegen wartet noch ein anderes Gran Canaria auf Sie. Eine wilderes. Eine ruhigeres. Eine geheimnisvolleres.
Wenn Sie jemals über den Horizont hinausgeschaut und sich gefragt haben, was sich hinter dem touristischen Vorhang dieser Insel verbirgt, dann ist dieser Reiseführer genau das Richtige für Sie.
Vergessen Sie für einen Moment die All-inclusive-Pools und überfüllten Strände. Begeben wir uns tief in die alten Lungen der Insel, wo Lorbeerbäume alte Geheimnisse flüstern und Vulkangipfel wie Wächter einer anderen Zeit den Himmel stützen.
Hier sind fünf magische Orte, die Sie in das echte Gran Canaria verlieben lassen werden – das Gran Canaria, das keine Filter oder Fanfaren braucht, um Sie sprachlos zu machen.
1. La Selva de Doramas – Der verzauberte Wald des Nordens

Irgendwo im nebligen Norden von Gran Canaria gibt es einen Wald, in dem die Zeit langsamer vergeht und die Luft nach Moos, Lorbeer und feuchter Erde duftet. Willkommen in La Selva de Doramas, einem lebendigen Zeugnis der vorspanischen Seele der Insel.
Ihre Reise beginnt in der Nähe des Centro de Interpretación de Los Tilos in Moya. Von hier aus schlängelt sich ein Pfad sanft in eine Welt hoch aufragender Bäume – viele davon über 20 Meter hoch –, wie die mythischen Tilos, endemische Lorbeerbäume und andere Arten, die nur auf den Kanarischen Inseln zu finden sind.
Jeder Schritt ist eine Rückkehr zur Natur.
Jeder Atemzug schmeckt nach Chlorophyll und Stille.
Und wenn Sie Glück haben, hören Sie nichts als Vogelgezwitscher und den Wind, der durch die Blätter weht.
Dies ist ein Ort, an dem Kinder sich Feen hinter Farnen vorstellen, an dem Familien auf alten Steinen picknicken und an dem Wanderer ihr Staunen wiederentdecken.
Profi-Tipp: Tragen Sie Schuhe, die ruhig schmutzig werden dürfen, bringen Sie eine Thermoskanne mit heißem Tee mit und nehmen Sie sich Zeit. Dies ist keine Wanderung – es ist ein Dialog mit der Natur.
✅ Useful Information: La Selva de Doramas
| ???? Location | Centro de Interpretación de Los Tilos de Moya – Google Maps |
| ???? Trail | Easy loop – approx. 2.5 km |
| ???? Access | Car (free parking near visitor center) |
| ☀️ Best time | Early morning / cloudy days |
| ???? Tip | Bring picnic – there are stone tables in the woods |
| ⚠️ Notes | Paths can be slippery after rain. Not suitable for strollers. |
2. Barranco de los Cernícalos – Die Schlucht, in der das Wasser flüstert

Begeben wir uns nun nach Osten, in Richtung Telde.
Hier gibt es eine Schlucht, die wie ein Geheimnis zwischen sonnenverbrannten Hügeln und Vulkanhängen versteckt liegt. Ihr Name? Barranco de los Cernícalos, oder „Die Schlucht der Turmfalken“.
Dies ist keine typische trockene Inselslucht. Sie ist lebendig. Üppig. Kühl. Und vor allem – sie hat Wasser. Echtes Wasser. Fließendes Wasser. Flüsternd. Leben spendend.
Beginnen Sie Ihre Wanderung in Lomo Magullo und folgen Sie dem Bach, der sich an das linke Ufer schmiegt. Der Weg führt Sie vorbei an kleinen Wasserfällen, schattigen Nischen und Teichen, die so klar sind, dass Sie versucht sein werden, Ihre Zehen hineinzutauchen.
Schließlich steigt der Weg zur Quelle hinauf, wird zerklüfteter und ist von einem Blätterdach aus einheimischer Vegetation und gelegentlich über ihm kreisenden Turmfalken umgeben. Es ist, als würde man durch einen versteckten Korridor zwischen zwei Welten wandern: der trockenen und der fruchtbaren, der bekannten und der wilden.
Hinweis: Dies ist eine 12 km lange Rundwanderung, planen Sie also entsprechend. Nehmen Sie Wasser, Snacks und vorzugsweise einen Führer mit, wenn Sie mit längeren Wanderwegen nicht vertraut sind. Aber keine Sorge – was Sie am Ende erwartet, ist jeden Schritt wert.
✅ Useful Information: Barranco de los Cernícalos
| ???? Location | Start at Lomo Magullo – Google Maps |
| ???? Trail | 12 km roundtrip – moderate |
| ???? Access | Car to start point – some unpaved sections |
| ☀️ Best time | November to March – more water flow |
| ???? Tip | Waterproof hiking boots, snacks, and at least 1.5L water |
| ⚠️ Notes | No facilities on the trail. Navigation can be tricky – go with a guide if unsure. |
3. El Charco Azul – Der blaue Pool der vergessenen Träume

Es gibt Orte, die sich anfühlen, als hätten sie nur auf Sie gewartet.
El Charco Azul ist einer davon.
Versteckt in der zerklüfteten Landschaft nahe Agaete im Nordwesten von Gran Canaria liegt dieser kristallklare Pool am Ende eines kurzen, aber eindrucksvollen Wanderwegs. Der Weg selbst ist ein sanfter Auftakt – er schlängelt sich durch hohes Gras, rauschende Täler und die Echos der Stille, die nur die Natur komponieren kann.
Aber es ist das Ziel, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt:
Eine kleine Lagune, gespeist von einem zarten Wasserfall, umgeben von Felsen, die durch Jahrhunderte von Regen und Wind geglättet wurden.
Kommen Sie zwischen Oktober und Januar – der Regenzeit der Insel – und Sie können die ganze Symphonie aus herabstürzendem Wasser und smaragdgrünem Laub erleben.
Wenn Sie Glück haben, ist der Pool voll. Kalt. Einladend. Unwiderstehlich.
Und wenn Sie in das eisige, klare Wasser von Charco Azul eintauchen, ist es, als würden Sie alles, was unwichtig ist, auf Pause stellen.
Dies ist kein Touristenort. Es ist eine heilige Pause. Eine Taufe durch die Natur. Ein Ort, an dem Sie sich daran erinnern können, wer Sie sind.
✅ Useful Information: El Charco Azul
| ???? Location | Barranco de El Risco (Agaete) – Google Maps |
| ???? Trail | 3 km total – easy/moderate |
| ???? Access | Car to El Risco village, then short walk |
| ☀️ Best time | October to January (rainy season) |
| ???? Tip | Bring towel & bathing suit – the water is cold but refreshing |
| ⚠️ Notes | Check water levels before going – dry in summer |
4. El Pinar de Tamadaba – Ein Tempel aus Bäumen

Auf den westlichen Höhen von Gran Canaria erhebt sich ein Wald wie kein anderer – weitläufig, ruhig und heilig.
El Pinar de Tamadaba ist ein Heiligtum aus alten Kiefern und vulkanischem Boden, hoch genug gelegen, um die Wolken zu berühren.
Hier hat die Stille Tiefe.
Die Art von Stille, die Sie Ihren eigenen Herzschlag hören lässt.
Beginnen Sie Ihre Reise in der Nähe des Roque Nublo, dem legendären Steinmonolithen der Insel. Von den nahe gelegenen Picknickplätzen führen Wanderwege hinauf in eine nach Kiefern duftende Traumlandschaft, in der jeder Schritt leise unter Ihren Stiefeln knirscht und das Sonnenlicht durch tausend grüne Nadeln filtert.
Steigen Sie hoch genug hinauf – bis zu 1.440 Meter über dem Meeresspiegel – und Sie werden Zeuge eines Phänomens namens „Das Meer der Wolken”. Stellen Sie sich vor, Sie stehen über der Insel, während alles unter Ihnen von einer dicken Schicht weißen Nebels bedeckt ist, der sich wie ein gefrorener Ozean bis zum Atlantik erstreckt.
Es ist die Art von Aussicht, die Ihnen die Worte raubt und sie durch Ehrfurcht ersetzt.
Kommen Sie hierher, um sich zu verlieren. Kommen Sie hierher, um zu heilen. Kommen Sie hierher, um sich daran zu erinnern, dass die Natur kein WLAN braucht, um Sie zu verbinden.
✅ Useful Information: Pinar de Tamadaba
| ???? Location | Area Recreativa Tamadaba – Google Maps |
| ???? Trail | Variable – several trails up to 10 km |
| ???? Access | Paved road to recreation area (beware of fog) |
| ☀️ Best time | All year – especially spring and autumn |
| ???? Tip | Best chance to see “Mar de Nubes” is early morning |
| ⚠️ Notes | High altitude – bring warm layers. No phone signal in some parts. |
5. La Playa de Güi-Güi – Wo die Erde auf die Ewigkeit trifft

Wenn es auf der Insel einen heiligen Gral für Menschen gäbe, die Einsamkeit suchen, dann wäre es dieser Ort.
Der Strand Güi-Güi (ausgesprochen „wee-wee“) ist nicht nur ein Reiseziel – er ist eine Pilgerstätte.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten, dorthin zu gelangen:
Mit dem Boot von Puerto de Mogán (oft als „Klein-Venedig“ von Gran Canaria bezeichnet)
Oder zu Fuß, nach einer 1,5-stündigen Wanderung, die in Tasartico beginnt, einem abgelegenen Dorf, umgeben von surrealem Vulkangebirge und Tälern, die von Wind und Zeit geformt wurden.
Die Wanderung ist anspruchsvoll, besonders unter der Mittagssonne, aber jeder Tropfen Schweiß wird belohnt, sobald man das Ziel erreicht hat:
Einen wilden, unberührten schwarzen Sandstrand, flankiert von steilen Klippen und umspült von türkisfarbenen Wellen.
Hier gibt es keine Bars, keine Musik, keine Verkäufer.
Nur Wind.
Nur Stille.
Nur der Rhythmus des Atlantiks und die Schatten der Vögel über dir.
Hierher kommst du, wenn du der Welt entfliehen und die rohe Präsenz der Erde unter deinen Füßen spüren möchtest.
Bring nichts mit. Erwarte nichts. Und du wirst mit allem gehen.
✅ Useful Information: Playa de Güi-Güi
| ???? Location | Trailhead in Tasartico – Google Maps |
| ???? Trail | 4.5 km one way (9 km roundtrip) – moderate to hard |
| ???? Access | Dirt road to Tasartico – drive carefully |
| ☀️ Best time | Spring or autumn (avoid midday heat) |
| ????️ Tip | Bring food, hat, and 2L+ water – no services at the beach |
| ⚠️ Notes | No shade, no signal, no rescue service. Only for experienced hikers unless you go by boat. |
Bonus-Tipps von einem lokalen Abenteurer (das ist Sven)
- Respektieren Sie die Landschaft. Viele dieser Orte sind empfindliche Ökosysteme. Hinterlassen Sie keine Spuren.
- Reisen Sie mit leichtem Gepäck, aber mit Bedacht. Nehmen Sie immer Wasser, ein aufgeladenes Mobiltelefon und eine einfache Erste-Hilfe-Ausrüstung mit.
- Fragen Sie Einheimische. Einige Wanderwege ändern sich je nach Regen, Wind oder Sperrungen.
- Überstürzen Sie nichts. Gran Canaria belohnt Langsamkeit. Lassen Sie sich vom Tempo der Insel leiten.
Final Words: The Island Within the Island
Die Schönheit Gran Canarias liegt nicht nur in ihren Stränden oder Sonnenuntergängen. Sie liegt in diesen versteckten Zufluchtsorten, an denen man erkennt, dass etwas Uraltes noch immer in den Felsen, in den Wäldern, in der Stille lebt.
Diese fünf Orte sind nur der Anfang.
Sie sind nicht für jedermann geeignet – und genau darum geht es.
Aber wenn Sie es bis hierher geschafft haben … sind Sie vielleicht nicht nur ein Besucher.
Vielleicht, nur vielleicht, sind Sie jemand, der hierher gerufen wurde – um etwas Echtes zu fühlen, tief durchzuatmen und einen Teil von sich selbst in der Wildnis dieser Insel zu finden.
Wenn Sie das anspricht, lassen Sie mich Ihnen mehr zeigen.
Ich erkunde Gran Canaria seit 20 Jahren – zu Fuß, mit dem Fahrrad, meinem Instinkt folgend.
Und wenn Sie jemals den Drang verspüren, dieses Inselleben zu leben und nicht nur zu kosten …
Ich weiß genau, wo Sie anfangen müssen.